Verteilung der Nutzung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten nach Branche

Für rund zwei Drittel der grösseren KMU ist mindestens eine alternative Finanzierungsform relevant. Der grösste Anteil findet sich in der Industrie, gefolgt vom Baugewerbe und der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. 

Die Analyse basiert auf vier Kategorien:

  1. Grundsätzlich relevant
  2. Aktuell benutzt
  3. In den letzten 12 Monaten beantragt
  4. Antrag geplant

Zudem unterscheidet die Studie zwischen grösseren und kleineren KMU in sieben Branchen. Als «grösser» definiert die Studie KMU mit einem Jahresumsatz von über CHF 2 Millionen und mit mehr als 9 Vollzeitstellen.

Relevanz vs Nutzung

Die Relevanz von alternativen Finanzierungsformen ist bei kleineren KMU etwas schwächer angegeben. Die Relevanz und Nutzung bewegen sich weitgehend im Gleichschritt. Dabei nutzen kleinere KMU alternative Finanzierungen weniger oft als grössere. In Zahlen ausgedrückt: Im Durchschnitt betrachten 62% der grösseren bzw. 54% der kleineren KMU alternative Finanzierungen als relevant, die tatsächliche Nutzung lag 55 und 42 Prozent.

Relevanz und aktuelle Nutzung von alternativen Finanzierungsformen nach Branche und Grösse

Diese Beobachtung deckt sich mit anderen Studien zum Thema: grössere Unternehmen handeln tendenziell konsequenter bei der Kapitalbeschaffung. So beantragen kleinere Unternehmen öfter keinen Bankkredit, obwohl sie Finanzierungsbedarf hätten. Konkret: 2021 haben rund fünf Prozent aller KMU einen Bankkredit beantragt, es gab nochmals doppelt so viele, die entmutigt waren.

Nutzung alternativer Finanzierungsformen

Im Jahr 2021 nutzte rund jedes zweite KMU alternative Finanzierungen. Selten scheinen diese Instrumente mit kurzen Laufzeiten ausgestattet zu sein. Lediglich 8% der grösseren und 4% der kleineren KMU hatten eine solche Finanzierung in den vergangenen zwölf Monaten beantragt.

Über die Branchen hinweg zeigen sich deutliche Unterschiede. Im unteren Feld befinden sich kleinere KMU aus der Industrie (3%) Grössere KMU haben im Schnitt doppelt so oft eine alternative Finanzierungsform beantragt. Speziell im Baugewerbe (11%) und in der Gastronomie (17%) werden auf alternative Finanzierungsinstrumente zurückgegriffen.

Vorausschauend mit einem Horizont von einem Jahr planen mehr KMU einen Antrag. In der Industrie sind es gut doppelt so viele, bei kleineren KMU in der MEM-Industrie gar dreimal so viele. Konstant bleiben die geplanten Anträge im Gastrogewerbe, während bei grösseren Handelsfirmen einen rückläufigen Bedarf erwartet wird.

Kürzlich beantragte alternative Finanzierungsformen nach Branche

Pactum AG hat in Kooperation mit der Hochschule Luzern eine Studie veröffentlicht, welche die Alternative KMU-Finanzierung in der Schweiz genau beleuchtet: